Prävention: Warum Sonne wichtig und Ihr Vitamin-D-Konto stets gefüllt sein sollte

Ohne Sonne kein Leben. Doch von Oktober bis März fehlt dem Körper die Sonne, um mit Hilfe der UVB-Strahlung Vitamin D zu synthetisieren. Daher heißt es von April bis September Sonne tanken. Doch was muss man dabei beachten, damit aus dem gesunden Sonnengenuss kein schädlicher wird?

In den letzten Jahren wurde viel gegen lange Sonnenbäder geschrieben, was auch Sinn macht, doch die gesundheitliche positive Wirkung der Sonnenstrahlen, die uns wertvolles Vitamin D bilden lassen, geriet bei all der Diskussion um schädliche UV-Strahlung in den Hintergrund. Wurde in den 70er Jahren noch meist ungefiltert in der Sonne gelegen, gehen die meisten mittlerweile fast schon zu wenig in das kraftspendende Sonnenlicht. Hinzu kommt, dass vor allem in der westlichen Welt die Bevölkerung immer mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringt. Das deutsche Krebsforschungszentrum schlägt bereits Alarm, Onkologen „verordnen“ mittlerweile Vitamin D. Auch der Absatz von Sonnencremes jeglicher Machart steigt immer pünktlich zur Frühsommerzeit. Ein Plus für die Hersteller, doch ist Sonne wirklich so ungesund, wie oftmals behauptet? Wohl kaum, denn ohne den strahlenden Stern im Zentrum unseres Sonnensystems gäbe es kein Leben auf der Erde.

Sonne tanken in Maßen als wichtige Präventionsmaßnahme

Sonne tanken in Maßen als wichtige Präventionsmaßnahme

Die erste Regel lautet also, im Sommer bitte regelmäßig Sonne tanken, aber nicht zu oft und nicht zu viel. Im Winter, wenn die Sonne zu tief für eine ausreichende UV-Strahlung steht, kann die Haut die Vorstufe von Vitamin D schlecht bilden. Der Körper bedient sich also im Winter von seinen Vitamin-D-Vorräten im Fettgewebe. Doch je länger der Winter dauert, desto eher schwindet dieser Vorrat, was wahrscheinlich auch die Erklärung für die Entstehung der meisten Grippewellen überwiegend im Februar und im März sein kann. Eine Ausnahme gibt es jedoch: In Regionen südlich des 41./42. Breitengrades oder im Hochgebirge kann die erforderliche UVB-Strahlung auch im Winter getankt werden. Wer also im Winter zum Skifahren in die Berge geht oder die Weihnachtsferien am Mittelmeer verbringt, kann auch zu dieser Jahreszeit seinen Vitamin-D-Vorrat auffüllen.

Pro und kontra Sonnencremes





Sonnencremes schützen vor zu viel Sonneneinstrahlung, die bekanntlich zu Hautkrebs führen kann. Andererseits sind Cremes genau wie Glas Filter, die das UV-Licht nicht mehr ausreichend durchlassen. Daher kann die Haut bei geschlossenen Fenstern im Auto oder im Haus kein Vitamin D bilden. Auch eine Sonnencreme verhindert die Bildung von Vitamin D von der Haut. Daher sollten Sie – trotz alledem – regelmäßig kurze Sonnenbäder ohne Schutz und Filter tätigen. Danach spricht nichts gegen einen guten Sonnenschutz, in Form von passender Kleidung, einer Sonnencreme oder einem Aufenthalt im Schatten. Die Dauer der Sonnenexposition sollte jedoch so begrenzt werden, dass sich das Hautkrebsrisiko nicht erhöht.

Tipps zur richtigen Vitamin-D-Versorgung im Sommer:

  • Hellhäutige sollten täglich 10-15 Minuten wenigstens Armen und Gesicht ein Sonnenbad gönnen.
  • Besitzen Sie eine dunkle Haut, müssen Sie deutlich länger in der Sonne bleiben, um an dieselbe Menge Vitamin D zu gelangen. Hier werden sogar bis zu 2 Stunden empfohlen.
  • Ein kurzes Sonnenbad für den ganzen Körper ist noch besser, zum Beispiel im Rahmen einer kurzen Pause.
  • Wichtig ist der Zeitpunkt: Statt Abendsonne sollten Sie die Mittagssonne im Sommer wählen, weil dann die Sonne relativ hochsteht und somit die erforderliche UVB-Strahlung auch die Erde und Ihre Haut erreicht.

Warum ist Vitamin D wichtig für unser Immunsystem?

Vitamin D hat eine Schlüsselfunktion für die Gesundheit, denn es ist an Tausenden von Regulierungsvorgängen in den menschlichen Körperzellen beteiligt. Ein Vitamin-D-Mangel schwächt also unsere Abwehrkräfte und erhöht das Krankheitsrisiko erheblich. Das geschieht vor allem im Winter, wenn die Sonne in den nördlichen Regionen der Erde viel zu tief steht, um für genügend UV-Strahlung zu sorgen. Genau auf diese ist jedoch der Körper angewiesen, weil Vitamin D zu gut 90 Prozent in der Haut mithilfe der Sonne gebildet wird. Bis vor wenigen Jahren noch war man der Meinung, die aktive Form des Vitamin D werde mit Hilfe des Sonnenlichtes ausschließlich unter Mitwirkung der Leber, der Nieren und der Haut gebildet. Erst der amerikanische Forscher Prof. Michael F. Holick, Professor für Medizin, Dermatologie, Physiologie und Biophysik, entdeckte die aktive Form von Vitamin D. Demnach verfügt offenbar jede einzelne Körperzelle über die Fähigkeit, aktives Vitamin D zu bilden. Das wiederum ruft mittlerweile die Krebsforschung und die Onkologen auf den Plan, weil aktives Vitamin D in den Prostata-, Brust- und Darmzellen – so der derzeitige Stand der Wissenschaft – das typische ungesunde (Krebs-)Zellwachstum direkt vor Ort verhindern kann.

Kann man Vitamin-D auch mit der Nahrung aufnehmen?

Über Nahrungsmittel allein lässt sich der Bedarf meist nicht decken, warum also nicht den Vitamin-D-Speicher in Pillenform auffüllen? So ganz einig ist sich da die Wissenschaft noch nicht, ob das ausreicht. Zwar gibt es Nahrungsergänzung mit Vitamin D, doch gesichert ist der Erfolg solcher Aufnahmen bislang nicht. Bis mehr Erkenntnisse zur Vitamin-D-Supplementation vorliegen, tanken Sie sicherheitshalber zusätzlich in der warmen Jahreszeit wohldosiert Sonne, um eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung sicherzustellen und ein Depot für den Winter anzulegen.

Dosiertes Sonnenbaden empfiehlt übrigens auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Für die meisten Menschen in Deutschland genüge je nach Hauttyp 5 bis 25 Minuten Sonnenbestrahlung pro Tag von März bis Oktober auf Gesicht, Hände und Unterarme, um ausreichend Vitamin D zu produzieren.

Weitere Informationen:

Vitamin D status and health correlates among German adults, Studie von 2008 veröffentlich in: European Journal of Clinical Nutrition

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