Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen

Unter einer Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung versteht man Untersuchungen, die während einer Schwangerschaft in regelmäßigen Abständen vom Gynäkologen durchgeführt werden. Diese dienen der Überwachung des Gesundheitszustandes von Mutter und Kind. Auch die Erfassung von den individuellen Risikofaktoren und dem Erkennen und Therapieren von Erkrankungen ist von sehr großer Bedeutung. Zudem ist eine Beratung der Mutter durchaus sehr wichtig.

Folgende Untersuchungen werden in jedem Fall bei den Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt:

  • Blutuntersuchung
  • Körperliche Untersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
  • CTG-Untersuchung (Kardiotokografie)

Blutuntersuchung
Das ein oder andere Mal wird bei einem Vorsorgetermin eine Blutabnahme erfolgen. Diese dient der Untersuchung auf Infektionskrankheiten, wie Toxoplasmose, Hepatitis B, Syphilis und AIDS. Das Ergebnis der Syphilis- und AIDS Untersuchung werden nicht im Mutterpass festgehalten – lediglich, dass die Untersuchung erfolgte.
Zudem wird die Konzentration des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Hb) durch eine Blutuntersuchung bestimmt. Liegt dieser unter dem Normbereich liegt eine Schwangerschaftsanämie, auch Blutarmut genannt, vor, die durch die Einnahme von Eisenpräparaten behandelt wird.
Zu Beginn der Schwangerschaft wird ein Röteln-HAH-Test gemacht, wo geguckt wird, ob genügend Antigene gegen die Erkrankung Röteln vorliegt. Ist dies nicht der Fall, so wird der Test im Laufe der Schwangerschaft wiederholt, um eine Röteln – Infektion ausschließen zu können. Eine Infektion während der ersten 12 Schwangerschaftswochen kann bedeutende Schäden verursachen und im schlimmsten Fall eine Frühgeburt hervorrufen. Da eine Impfung gegen Röten nur vor der Schwangerschaft möglich ist, sollte darauf geachtet werden, immer einen bestehenden Röteln – Schutz zu haben oder ihn gegebenenfalls mit einer Impfung aufzufrischen.
Zudem wird die Blutgruppe und der Rhesusfaktor (Rh) der Mutter bestimmt, um eine Rhesus-Unverträglichkeit auszuschließen. Diese kann dann vorliegen, wenn der Rhesusfaktor der Mutter negativ ist und der des Vaters positiv. Im schlimmsten Fall kann das Baby den positiven Rhesusfaktor geerbt haben und es kommt, von der Seite der Mutter, zu einer Bildung von Antikörpern gegen das kindliche Blut. Dass bedeutet, dass es zu erheblichen Komplikationen kommen kann – meistens allerdings erst in der 2. Schwangerschaft. Aus diesem Grund bekommt die Mutter in der 28. bis 30. Schwangerschaftswoche eine Anti-D-Globulin Spritze, die diese Komplikationen verhindern soll. Auch wird bei einem positiven Ergebnis am Anfang der Schwangerschaft und zwischen der 24. und 27. Schwangerschaftswoche einen sogenannten Antikörper-Suchtest durchgeführt, um auszuschließen, dass sich bereits Antikörper gebildet haben.

Körperliche Untersuchung
Die körperliche Untersuchung wird bei jedem Vorsorgetermin durchgeführt. Dabei wird als erstes das Körpergewicht und der Blutdruck gemessen. Zudem wird eine vaginale Untersuchung folgen, um den Muttermund zu beurteilen. Auch  untersucht der Arzt die Gebärmutter, den sogenannten Fundusstand, um die Größe feststellen zu können und um die Kindeslage einschätzen zu können.

Urinuntersuchung
Ebenso wird bei jedem Vorsorgetermin der Urin der Schwangeren auf rote und weiße Blutkörperchen, Eiweiß, Zucker und Bakterien untersucht. Auf diese Art und Weise kann eine Blasen- oder Niereninfektion, eine Schwangerschaftsvergiftung, die sogenannte Gestose, und ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt werden.

Ultraschalluntersuchung
Verläuft eine Schwangerschaft genau nach Plan, so werden insgesamt 3 Ultraschalluntersuchungen des Kindes erfolgen, um die Entwicklung und die Größe des Babys beurteilen zu können.
Besteht allerdings eine Risikoschwangerschaft oder ist etwas unklar, so werden weiter Ultraschallkontrollen notwendig sein.

CTG-Untersuchung (Kardiotokografie)
Spätestens ab der 30. Schwangerschaftswoche wird bei jedem Vorsorgetermin eine CTG-Untersuchung, auch Kardiotokografie, Wehenschreiber oder Herztonwehenschreiber genannt, durchgeführt. Diese Untersuchung dient der Erkennung von frühzeitigen Wehen und der Beurteilung der kindlichen Herztöne. Auf diese Art und Weise können Gefahrenzustände und Notfallsituationen im Bauch der Mutter festgestellt werden. Alle Ergebnisse werden anschließend in den Mutterpass eingeschrieben.

Neben den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen gibt es noch Untersuchungen, die nur in bestimmten Situationen durchgeführt werden, wie zum Beispiel der Triple-Test oder die Fruchtwasserpunktion (Amniozentese). Mit diesen Untersuchungen können Erbgutsstörungen des Kindes festgestellt werden.