Einschlaf-Tipps: Prävention gegen das „Unfallrisiko Schlafstörung“

Unfallrisiko Schlafstörung hieß einer der spannenden Vorträge auf der FORUM PRÄVENTION 2017, die kürzlich in Wien stattfand. Die wichtige österreichische Fachveranstaltung zum Thema Prävention und Gesundheitsförderung bot interessante Beiträge, Workshops und wagte einen Blick auf aktuelle Entwicklungen und geplante Kampagnen. Unter anderem wurde die Initiative Gesunder Schlaf vorgestellt.

Die Initiative Gesunder Schlaf möchte „Drehscheibe zwischen Betroffenen und Experten“ sein und bietet dazu umfangreiche Informationen zum Thema Schlaf an. Dass Schlafstörungen nicht nur ungesund sind, sondern auch zu einem erhöhten Unfallrisiko werden, machte die Initiative auf der FORUM PRÄVENTION 2017 deutlich.

Unfallrisiko Schlafstörung  – Wann wird wenig Schlaf zur Schlafstörung?

Wer auf längere Frist nicht ausreichend Schlaf bekommt, macht Fehler. Nicht nur bei der Arbeit oder im Haushalt erhöht sich so das Unfallrisiko beträchtlich, sondern auch im Straßenverkehr. Hier sind, mehr als anderswo, auch Dritte betroffen. Um Unfälle zu reduzieren, will die Initiative als Präventionsmaßnahme besonders aktiv über die Risiken von zu wenig Schlaf informieren.

Unfallrisiko Schlafstörung

Unfallrisiko Schlafstörung – Fotolia © Maridav

Ein Blick auf die Statistik ergibt, dass jeder dritte Verkehrsunfall sowie rund 24 Prozent aller tödlichen Unfälle durch Müdigkeit aufgrund von schlechtem Schlaf verursacht werden. „Bei länger dauernden Schlafstörungen steigt die Unfallwahrscheinlichkeit um 650 Prozent. Kein Wunder, wer nachts nur vier Stunden geschlafen hat, reagiert so, als habe er 0,5 Promille Alkohol im Blut. Eine vollständig durchwachte Nacht entspricht einem Blutalkohol-Gehalt von 0,8 Promille“, sagt Professor Dr. Manfred Walzl, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, der Landesnervenklinik Graz. So hat eine Untersuchung unter der Leitung von Prof. Walzl ergeben, dass jeder zweite LKW- oder Autobus-Lenker und jeder dritte PKW-Fahrer übermüdet hinter dem Steuer sitzt. Es wird vermutet, dass 33 Prozent aller Verkehrsunfälle auf Schlafstörungen zurückzuführen sind. „Diese Unfälle lassen sich verhindern“, zeigt sich Prof. Walzl zuversichtlich.

Unfallrisiko Schlafstörung – Ist Müdigkeit im Sinne einer Prävention messbar?





Während die Bestimmung des Blutalkohols mittels „Alkomat“ einfach und rasch durchführbar ist, stand bislang keine objektive Messmethode zur Bestimmung des Müdigkeitsgrades zur Verfügung. Mittels Pupillometrischem Schläfrigkeitstest (PST) ist es nunmehr jedoch möglich, objektivierbare Parameter zu erhalten, um die Fahruntüchtigkeit von KFZ-Lenkern auf Grund von Übermüdung festzustellen.

2 Präventions-Tipps gegen schlechten Schlaf

Einschlaf-Tipps: Prävention gegen das „Unfallrisiko Schlafstörung“

Tipp 1: Bringen Sie Ihren Tag-Nacht-Rhythmus wieder in Einklang: Schlafstörungen sind meist die Ursache für Tagesmüdigkeit und deren Folgen. Sprich, wer tagsüber viel müde ist, kann abends nicht gut einschlafen. Es geht also darum, unser Schlafverhalten wieder in gewohnte Bahnen zu lenken. Dazu gehört das zeitige Zubettgehen und das frühe Aufstehen, aber auch ein regelmäßiger Tagesablauf kann helfen, unseren Schlaf wieder in die Nachtstunden zu verlegen.

Beim gesunden Menschen wird der Schlaf-Wach-Rhythmus durch eine im Zwischenhirn, im so genannten Nucleus suprachiasmaticus, lokalisierten „Inneren Uhr“ gesteuert. „Verantwortlich für die Funktion dieser „Inneren Uhr“ sind das Schlafhormon Melatonin und das Wachhormon Cortisol“, erklärt Dr. Michaela Trnka, Ärztin und Leiterin der Gesellschaft für integrative Ganzheitsmedizin in Wien.

Tipp 2: Fördern Sie bewusst das Durchschlafen: Funktioniert die „innere Uhr“ wieder einwandfrei, kommt es eventuell noch zu Ein- und Durchschlafstörungen. Diese können, neben der Störung des Tag-Nacht-Rhythmus, eine weitere Vielzahl von Ursachen, wie physische Erkrankungen, Stress, Medikamenteneinnahme haben. Stress vermeiden, geht zwar nicht immer, ist aber enorm wichtig. Sorgen Sie dafür für Pausen zwischen Stresszeiten, nehmen Sie sich eine Auszeit, machen Sie kurz vor dem Schlafengehen einen Abendspaziergang und/oder lesen Sie ein Buch (keine Zeitschrift!), denn beides sorgt erwiesenermaßen für Entschleunigung, Ablenkung und fördert das ruhige Einschlafen.

Fazit: Sicher hat jeder Mensch ein anderes Schlafbedürfnis. Reichen dem einen schon 7 Stunden gesunder Schlaf, benötigt der andere 9 Stunden, um sich ausgeschlafen zu fühlen, doch das ist nicht der Punkt. Es geht darum, dass zu wenig Schlaf und andere Schlafstörungen auf längere Sicht krankmachen und ein sehr hohes Unfallrisiko nach sich ziehen, das vermeidbar ist.

Weitere Informationen:

Vortrag von Prof. Walzl auf YouTube: „Schlaf, Schlafstörungen, Wege zu mehr Schlafqualität“

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