Sport – ein idealer Stresskiller

Ein Leben ohne Stress ist nicht möglich

… und auch nicht wünschenswert. Wer sich nur zurücklehnt und keine neuen Herausforderungen sucht, wird körperlich schlapp und geistig träge. Erfolgreiches Stressmanagement bedeutet also nicht, sich auf der energetischen Nulllinie zu bewegen, sondern selbstverantwortlich und auf gesunde Weise mit selbst gestellten und von außen gesetzten Anforderungen umzugehen.

Stress ist individuell

Jeder hat ein anderes Nervenkostüm. Daher gibt es keine Patentrezepte. Was Sie aus der Ruhe bringt, entscheiden Sie durch Ihre Bewertung der Situation meist selbst. Durch Ihren unbewussten Autopiloten können Sie in eine sich abwärts drehende Stress-Spirale kommen. Aber Sie können jederzeit auf Selbststeuerung zurückschalten und aussteigen. Dabei sind Bewegung und gesundheitsorientiertes Training wirksame Mittel, um aus dem Stresskreislauf auszusteigen.

Dauerstress macht krank und dick

Stresssituationen sind für Ihren Stoffwechsel sehr anspruchsvoll. Der Körper wird auf Kampf oder Flucht vorbereitet. Dabei spielt das Hormon Cortisol eine große Rolle. Sport und Bewegung können Ihnen helfen Cortisol abzubauen. Das ist sehr wichtig, denn ein dauerhaft hohes Aufkommen von Cortisol, wirkt sich negativ auf Ihre Gesundheit aus. Es kann langfristig zu Muskelabbau, Heißhungerattacken, Diabetes Typ II, Bildung von viszeralem Bauchfett, erhöhter Gefahr von Infektionserkrankungen, schlechte Wundheilung, Wassereinlagerungen, Erhöhung des Blutdruck und zur Senkung der Stoffwechselrate führen.

Kommen Sie in Schwung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit denen Sie bei Ihrer Stressbewältigung und Stressprävention ansetzen können. Dabei gehören Sport und Bewegung immer zu einer effektiven regenerativen Stresskompetenz dazu. Körperliche Aktivität erhöht Ihre körperliche Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Regelmäßiges Ausdauertraining (z.B. Joggen, Spinning, Zumba) bringt Ihr Herz dazu, mit einem Herzschlag mehr Blut durch den Körper zu pumpen. Ihre Atemmuskulatur wird gestärkt und die Blutgefäßbildung angeregt. Es kommt mehr Energie in den Muskeln an und weniger in den Fettdepots. Durch die Bewegung kommt Ihr Stoffwechsel in Schwung und lässt die Zahl der
Kraftwerke in den Muskelzellen (Mitochondrien) steigen, in denen Glucose und Fette zu Energie umgewandelt werden.

Kraft durch Bewegung

Krafttraining und funktionales Training stärkt Ihre großen Muskelgruppen und schützt Sie vor Haltungsschwächen. Mit Pilates oder einem Core Work out können Sie gezielt Rückenschmerzen bekämpfen, die durch schwache und verkürzte Muskeln hervorgerufen werden. So führen vorwiegend sitzende Tätigkeiten zu verkümmerten Bauchmuskeln. Schmerzen sind ein großer Stressverstärker. Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen.
Gute Laune statt Stress Regelmäßige Bewegung verbessert Ihre Körperwahrnehmung und Ihr Körperbewusstsein, formt Ihre Figur, was wieder positive Wirkung auf Ihr Selbstbewusstsein hat. Das Gehirn schüttet „Wohlfühl-Botenstoffe“ aus, vor allem Serotonin und Dopamin, richtige Stimmungs-Aufheller. Suchen Sie sich eine Sportart aus, die Ihnen wirklich Spaß macht und der Stress verschwindet.

Tipps zum Sport bei Stress

Damit es beim Sport mit dem Stressabbau klappt, sollten Sie folgende Regeln beachten:

  1. Integrieren Sie den Sport fest in Ihrem Alltag und lassen Sie keine Ausreden mehr zu. Wird der Sport erst zur Routine, ist er Quelle Ihres Ausgleichs, auf den Sie nicht mehr verzichten möchten.
  2. Pressen Sie Ihre sportlichen Aktivitäten nicht zwischen zwei Termine, nach dem Motto: Das schaffe ich schon irgendwie, sondern planen Sie Zeit ein und stellen Sie sich mental auf den Sport ein. Sonst wird der Sport schnell zum Stressfaktor.
  3. Lassen Sie sich als Anfänger erst vom Arzt durchchecken und gehen Sie es langsam an.
  4. Achten Sie auf die richtige Dosis und trainieren Sie ungefähr bei 60% Ihrer maximalen Herzfrequenz. Besonders als Anfänger steigern Sie zunächst Ihren Belastungsumfang und dann die Belastungsintensität langsam.
  5. Wenn Sie die Wahl haben, trainieren Sie lieber früh als spät. Ausdauersport am Morgen verlängert den Tiefschlaf in der Nacht. Zu später Sport regt den aktiven Teil des vegetativen Nervensystems an und versetzt den Körper in Leistungsbereitschaft.
  6. Ein richtiges Warm-up sorgt für eine gute Anregung des Stoffwechsels und beugt
    Verletzungen vor.
  7. Konzentrieren Sie sich beim Training auf Ihre Atmung, so dass Bewegung und Atmung eine Einheit bilden. Eine zu schnelle Atmung führt zu einer Senkung der Kalziumionen-Konzentration im Blut, was die Nervenzellen erregbarer machen kann.
  8. Versuchen Sie die Bewegungen fließend durchzuführen, beobachten Sie sich, aber bewerten und vergleichen Sie sich nicht ständig.
  9. Das Trainieren für einen Wettkampf oder Training in einer Wettkampfsituation, (z.B. Marathonlauf, Triathlon) bedeutet immer zusätzlichen Stress und ist daher kontraproduktiv.
  10. Das anschließende Dehnen nach dem Training aktiviert den Parasympathikus (beruhigende Teil des vegetativen Nervensystems) und senkt den Muskeltonus.
  11. Erlernen Sie eine für Sie attraktive aktive Entspannungstechnik (z.B. Qi Gong, Yoga, Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Meditation) und setzen Sie die Technik statt anderer ungesunder Bewältigungsstrategien ein, wie Rauchen, Frustessen, vor dem Fernseher abhängen, Computerspiele, etc.
  12. Ergänzen Sie Ihr Entspannungstraining mit einer passiven Entspannungstechnik (Saunagänge, Massagen).
  13. Pausieren Sie bei Krankheit und extremen Stressphasen. Hier ist ein Entspannungstraining auf jeden Fall die bessere Wahl.

Korinna SchrollKorinna Schroll ist unter anderem Beraterin für Stressmanagement, Entspannungstrainerin und Fitnesstrainerin in Garching bei München. Seit über 20 Jahren motiviert sie erfolgreich Menschen auf Ihre Gesundheit zu achten. Eine Kombination aus Sport, Stressmanagement und Entspannung hilft die Anforderungen des Berufs-und Privatlebens gelassener zu meistern und mit den Reserven des Körpers achtsamer zu haushalten. www.inbestbalance.de

Sport – ein idealer Stresskiller
4.8 (95.56%) 72 votes

6 Gedanken zu “Sport – ein idealer Stresskiller

  1. Ein toller Artikel.
    Ich laufe im Augenblick 4-5 Mal die Woche, vor allem auch zum Stressabbau und zur mentalen Vorbereitung des Arbeitstages.
    Die 13 Tipps habe ich mir gleich ausgedruckt und an die Pinnwand gehängt.

  2. Ich stimme dem Artikel voll und ganz zu, weil der Körper Bewegung braucht genau so wie die Ernährung und Körperpflege. Sobald man den inneren Schweinehund überwunden hat, wird Sport zu einem alltäglichen Bedürfnis. Das Wohlbefinden motiviert mich bei regelmäßiger Bewegung und ich freue mich auf das nächste Training. Man kann eben nicht auf Vorrat trainieren.
    Ich wünsche allen einen guten Start und los geht’s.

  3. Sehr gut geschrieben! Liest sich leicht und auch unterhaltsam ohne den Erst zu verlieren. Ich fühle mich danach voll motiviert.
    Sehr gut für den Jahresanfang und die guten Vorsätze.
    Hab ihn schon an einige weitergeschickt

  4. Interessant! Und in welchem Zusammenhang steht damit verbunden Burnoutprävention und Stressmanagement? Stellt in diesem Zusammenhang Sport bzw. Bewegung auch eine positive Rolle? Und wenn ja, in wie fern? Wie darf man sich das vorstellen? Glg, Mel

    • Hallo Mel, Sport und Bewegung können eine große Rolle bei der Burnout Prävention spielen. Obwohl Sport auch Stress für den Körper bedeutet, schadet ein “negativer” Reiz in kleiner Dosis dem Körper nicht, sondern stärkt seine Abwehrkräfte. Darüber hinaus erhöhen Sie die Belastbarkeit Ihres Organismus und verbessern Ihre Körperwahrnehmung. Das befähigt Sie dazu Ihre Stresssignale frühzeitig wahrzunehmen und schneller aus der Stress Spirale auszusteigen VG Korinna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.