Validation bei Demenz

Validation bei Demenz nach Naomi Feil. Die Erinnerung verblasst, geliebte Menschen werden zu Fremden und die Vergangenheit wird neu belebt – Demenz bringt uns an unsere seelischen Grenzen. Dabei haben oft weniger die Betroffenen selbst unter dem großen Vergessen zu leiden. Viel stärker trifft es diejenigen, die die Wesensveränderungen bewusst miterleben – die Angehörigen. Häufig sitzt der Schmerz über den Schicksalsschlag so tief, dass die Erkrankung als Tod empfunden wird. Körperlich mag die Bezugsperson zwar unversehrt sein, seelisch jedoch ist sie bereits gestorben. Gerade dieses Paradoxon hindert Familie und Freunde daran, weiterhin liebevoll mit dem Patienten umzugehen und ihm den Respekt entgegenzubringen, der ihm gebührt. Wenn uns die eigenen Gefühle im Weg stehen, kann ein Lebens- und Sozialberater helfen. Die ausgebildeten Fachkräfte sind auf den Umgang mit Demenzkranken geschult und geben ihr Wissen gerne an Angehörige weiter.

Validation bei Demenz

Validation bei Demenz - Pflege von Menschen mit Demenz

Validation bei Demenz – Pflege von Menschen mit Demenz – Fotolia © ACP prod

Die Validation

Validation mag zwar abstrakt klingen, ist aber mit einem einfachen Konzept verbunden: Im Vordergrund steht die echte und tiefe Wertschätzung des Erkrankten, indem seine Gefühle und Gemütszustände nicht als Hirngespinste, sondern als Realität wahrgenommen werden. Ein Beispiel: Eine 90-jährige Patientin verlangt nach ihrem längst verstorbenen Ehemann. Gemäß dem Validationsprinzip gilt es den Wunsch nun zu akzeptieren anstatt sich gegen ihn aufzulehnen. Wichtig ist es, die Gefühlslage nicht ins Lächerliche zu ziehen. Der Betroffene mag zwar in seiner eigenen Welt leben, seine Gefühle jedoch sind real.



In der Theorie klingt Validation zwar simpel, in der Praxis sieht dies aber leider anders aus. Fällt es dem Angehörigen schwer, die Emotionen des Patienten zu akzeptieren, braucht es die Unterstützung eines erfahrenen Pflegeberaters. Eine professionelle Aufklärung über Demenz und wertvolle praktische Tipps zum richtigen Umgang mit Betroffenen sind für einen liebevollen Umgang unerlässlich.

Der Rollenwechsel

Wie könnte man jemanden besser verstehen als sich in ihn hineinzuversetzen? Genau deshalb kann ein Perspektivenwechsel wahre Wunder bewirken. Zusammen mit der/dem Lebens- und Sozialberater*in wird der Rollenwechsel in verschiedenen Situationen wie etwa beim Waschen oder beim Essen eingeübt, was zu einem besseren Verständnis gegenüber dem Patienten beitragen soll.

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