Gesundheitsförderung und Resilienz

Der Begriff Resilienz steht für das Vermögen eines Menschen, mit einer Krisensituation umzugehen und diese zu verarbeiten. Er bezeichnet sozusagen eine innere Widerstandsfähigkeit, einen inneren Schutz der Seele. Darüber hinaus umfasst er die Kompetenz, Lehren aus der Krise zu ziehen und negative Erfahrungen als Antrieb für die Zukunft zu nutzen.

Beschwichtigung und Prävention

Es mag abgedroschen klingen, aber der Umstand, den man im Volksmund mit der Redensart „wie Phönix aus der Asche“ bezeichnet, bringt den Charakter der inneren Widerstandsfähigkeit auf den Punkt.

Wenn ein Individuum schwere Schicksalsschläge erleidet (z.B. den Tod naher Angehöriger, eine schwere Erkrankung, ständige Misserfolge oder häufige zwischenmenschliche Enttäuschungen), tritt es in den meisten Fällen in eine seelische Krisenzeit ein. In einer Phase der Hilflosigkeit, Unsicherheit und Enttäuschung kommt ein entgegengesetztes Prinzip zum Ausdruck: die Vulnerabilität (Verletzlichkeit). Das Individuum fühlt sich schwächer, minderwertiger, verlassen oder bekümmert. Das Bedürfnis nach Schutz ist höher.


Gesundheitsförderung durch resiliente Kräfte

Resilienz

Resilienz Faktoren – Fotolia © Dmitry

Resiliente Menschen können die seelische Krise allmählich überwinden. Der Blick richtet sich langsam wieder nach vorne. Es reift die Erkenntnis, dass die Krise kein dauerhafter Zustand sein muss. Außerdem lernen sie, dass es Maßnahmen zur Prävention von ähnlichen Zuständen gibt.

Im Zuge der Überwindung der eigenen Ängste, Trauergefühle und Enttäuschungen lernen Menschen, dass es eine eigene Leistung ist, die Lebensqualität aktiv mitzubestimmen. Die Bewältigung einer schlimmen Zeit schafft außerdem neue Energie für die Lebensgestaltung. Zum Beispiel beziehen viele Künstler aus widrigen Lebensphasen neuen Elan für ihre Arbeit.

Gesundheitsförderung durch innere Stärke

Die seelische Gesundheit ist ein Gut, das oft unterschätzt wird. Wenn man sich seelisch eingeengt und beschwert fühlt, ist man auch in der alltäglichen Produktivität eingeschränkt. Nicht nur die Lebensfreude geht verloren, sondern auch Attribute wie Zielstrebigkeit, Orientierung und Zukunftssinn. Außerdem wirken sich seelische Probleme auch auf die körperliche Befindlichkeit aus. Menschen mit einem konfliktreichen Seelenleben sind anfälliger für Erkrankungen.

Durch die resilienten Wirkmechanismen werden innere Krisenkomplexe aufgearbeitet und gelöst. Dies trägt nicht nur zur Entspannung der seelischen Konflikte bei, sondern fördert überdies präventiv die physische Verfassung (Salutogenese). Wer resiliente Kräfte mobilisieren kann, dem gelingt es, einen inneren Ausgleich zu schaffen, präventiv negativen Krisenphasen entgegenzuwirken und nach einer Krisenzeit wieder eine lebensfrohe, produktive Lebensweise anzunehmen.

5/5 - (1 vote)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.