Mit Yoga strahlend alt werden

Wer will das nicht, mit einem beweglichen und gesunden Körper strahlend alt werden? Yoga ist die letzten Jahren zu einer weltweiten Bewegung herangewachsen und hat inzwischen die verschiedensten Bevölkerungsschichten und Altersgruppen erreicht.

Die aus Indien stammende Praxis für Körper und Geist hat sich verwestlicht und Bilder junger, schöner Yoginis in zum Teil extremen Yogahaltungen sind im Werbekontext bereits alltäglich. Doch nur den Körper zu bearbeiten um extreme Asanas einzunehmen mag vielleicht für junge Menschen reizvoll sein, schreckt aber viele ältere Menschen ab und zeigt nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was Yoga alles beinhaltet.

Yoga kann viel mehr!

Yoga

Yoga bietet vor allem für Menschen, die sich bewusst ihrem Körper und ihrem Wohlbefinden widmen möchten, ein ideales Werkzeug. Speziell der Aspekt der Kombination von körperlicher Aktion mit fokussierter Achtsamkeit ist das Merkmal, das Yoga im Vergleich zu anderen Sportarten auszeichnet, so ist eine Yogapraxis immer eine Zeit, die wir uns schenken, in der wir uns bewusst wahrnehmen. Wir richten in dieser Zeit bewusst unsere Aufmerksamkeit und Wahrnehmung auf unseren Körper, unsere Atmung und wenn möglich sogar auf unsere momentane geistige Tätigkeit.

Je mehr es uns gelingt, diese hohe Aufmerksamkeit auf unsere inneren Prozesse zu lenken, um so eher ist Yoga eine ganzheitliche Form von Achtsamkeitstraining. Achtsamkeit ist eine innere Haltung, mit der ein neutraler und wacher Fokus auf den gegenwärtigen Moment gelegt wird, und damit erwiesenermaßen eine sehr wirkungsvolle Methode, um Stress zu reduzieren. Achtsamkeit ist sozusagen immer ein Akt des liebevollen Wahrnehmens. So wird in diesem Moment nicht geurteilt und verglichen, sondern möglichst differenziert jede Regung, Anspannung und Anstrengung wahrgenommen. Achtsamkeit entschleunigt und schützt somit auch vor Unfällen.

Wird Yoga achtsam praktiziert, ist dies eine wunderbare Form der „Selbst-Fürsorge“. Yoga ist dann nicht nur eine rein körperliche Herausforderung oder körperliches Training, sondern eine bewusste Entscheidung, sich um seinen Körper und sein seelisch-geistiges Wohlbefinden zu kümmern. In der achtsamen Arbeit mit dem Körper begegnen wir uns selbst, unseren Emotionen und auch den damit verbundenen Gedanken. So lässt uns Yoga mit unseren tieferen Schichten in Kontakt kommen und schneller wahrnehmen, was uns innerlich beschäftigt. Wer Yoga praktiziert, übernimmt somit aktiv seine ureigenste Verantwortung für die eigene körperliche Gesundheit und sein Wohlbefinden.

Herausforderungen besser meistern dank Yoga

Der Berufsalltag, familiäre Belastungen oder einfach das Älterwerden fordern uns tagtäglich aufs Neue heraus, uns um unser „Selbst“ zu kümmern. Wer könnte das besser als wir „Selbst“! Nur wir „Selbst“ können genau wahrnehmen was uns beschäftigt, berührt, oder wo Spannungen, Anstrengung, Unwohlsein oder Ängste sich in unserem Körper manifestiert haben.

Um diesen Aspekt der „Selbst-Fürsorge“ erfolgreich umsetzen zu können, ist in jeder Yogapraxis das Einbeziehen der Atmung essentiell. Mit dem Atem lenken wir unsere Aufmerksamkeit ganz ins Hier und Jetzt. Wenn wir in der Yogapraxis unseren Atem hören, werden wir ganz präsent und haben in dem Augenblick die Gedanken, die entweder Vergangenes oder Zukünftiges betreffen, losgelassen. Mit dem aufmerksamen Atmen können wir unsere Absicht auf bestimmte Körperregionen lenken und somit ganz unsere Wahrnehmung und Energie dieser Region widmen. Die Atemmuskulatur ist direkt mit dem vegetativen Nervensystem verbunden und reagiert sofort auf äußeren Stress. Bei Nervosität wird unsere Atmung stockend und die Atemzüge verkürzen sich. Wenn wir nicht mehr vollständig Ausatmen, können wir auch nur unvollständig Einatmen. Dadurch wird der Körper nur mangelhaft von Schadstoffen wie Kohlendioxid befreit und kann folglich nicht ausreichend von dem Lebens-, Kraft- und Konzentrationsspendenden Sauerstoff aufnehmen und profitieren.

Andauernde emotionale Belastung schlägt sich auf die Atemmuskulatur nieder, das Zwerchfell und die anderen an der Atmung beteiligten Muskeln reagieren mit Anspannung oder sogar Verhärtung darauf. Bereits in den alten Yogaschriften wurde die Verbindung von einem rastlosen Geist und einem unsteten Atem ausführlich behandelt und auf die Wichtigkeit von Atemarbeit verwiesen.

Mit der Atmung wieder in Kontakt zu kommen ist ein wesentlicher Aspekt des Yogas. Atemübungen, um den Atem bewusst wahrzunehmen, den Atemraum zu vergrößern, die Atemmuskulatur zu stärken und bewusst zu lenken, sollten Teil einer Yogaklasse sein. Die meisten Menschen nutzten nur ein ein Fünftel ihres Lungenpotentials. Durch die gezielte Ausschöpfung der nicht genutzten vier Fünftel unseres Atemapparates erweitern wir so auch unser gesamtes Lebenspotential. Spezielle ältere Menschen profitieren sehr schnell von bewusster Atemarbeit in Kombination mit einfachen Yogaübungen. So ist eine gute Lungenfunktion auch ausschlaggebend für eine gute Immunabwehr und z.B. eine erhöhte Gedächtnis- und Konzentrationsleistung.

Damit der Bewegungsapparat gesund bleibt und durch vergangene Verletzungen hervorgerufene Einschränkungen sich eventuell wieder verbessern braucht unser Skelett eine gewisse Beanspruchung und Training. Eine gestärkte Muskulatur wirkt sich positiv auf die Knochen und Gelenke aus und schützt vor Verletzungen. Yoga trainiert dabei die Muskulatur isometrisch, das heißt, die Muskulatur wird gestärkt, aber nicht verkürzt. Die Beweglichkeit bleibt erhalten, bzw. wird sie sogar erhöht. So ist die Beweglichkeit der Wirbelsäule sicherlich ein zentraler Aspekt jeder Yogapraxis, damit Verbunden sind sowohl das Mobilisieren der Becken- und Schulterregion, als auch der kleineren Gelenke wie Hand und Fussgelenke. Nicht ausser Acht zu lassen ist das trainieren von Balancehaltungen welche den Gleichgewichtssinn stärken und so speziell ältere Menschen vor dem häufigsten Unfallrisiko im Alter schützen.

Wenn man Yoga praktiziert, trainiert man nicht nur die Muskulatur, Sehnen und Gelenke – sondern auch das – inzwischen wissenschaftlich viel erforschte – Fasziennetz. Die Faszien sind ein durchaus faszinierender Teil unsers Körpers, sie haben vielerlei Aufgaben und Funktionen, sie umhüllen alle Organe und Muskeln und sind dadurch das wesentliche Verbindungs- und Informationsnetz im gesamten Körper. So wird durch Yoga-Praktizieren unter anderem über dieses Netzwerk die Körperwahrnehmung geübt und gestärkt.

Meines Wissens gibt es neben Yoga kein anderes System, das ein derart breites Spektrum an gesundheitsfördernden Aspekten bietet. So ist Yoga sicher eine der besten Methoden, um Alters- und Gesundheitsvorsorge zu leisten und sich gleichzeitig anhaltend und eigenverantwortlich um die eigene Lebenszufriedenheit zu kümmern.
Für mich jedenfalls hat Yoga in den vergangenen fünfzehn Jahren so viel an Bereicherung und innerer Stabilität in mein Leben gebracht, dass ich persönlich mir ein zufriedenes Älterwerden nur mit viel Yoga vorstellen kann!

Anne Rümmele, dreifache Mutter, Sozialarbeiterin, Töpferin, arbeitet seit 2014 hauptberuflich als Yogalehrerin. Seit der Jahrtausendwende beschäftigt sie sich mit Yoga in verschiedenen Stilen und Schulen und hat ihre Unterrichtskompetenz bei internationalen Yogagrößen wie Katchie Ananda, Josh Summers, Biff Mithoefer und Max Strom erworben. Achtsamkeit im Umgang mit dem eigenen Körper, den Emotionen und Gedanken, und nicht zuletzt im Umgang mit den anderen stehen im Fokus ihres Unterrichtes. „Seit ich Yoga mache, ist mein Leben viel freudvoller, bewusster und echter geworden“, meint Anne.

2015 ist sie erstmals Max Strom begegnet. Durch den intensiven und regelmäßigen Austausch mit ihm ist die Arbeit mit der Atmung immer mehr in den Vordergrund ihrer privaten Yogapraxis und damit auch ihrer Unterrichtsstunden gerückt.

Besonders gerne arbeitet sie nach eigenen Angaben mit „Golden Agers“, Menschen, die meistens schon im beruflichen Ruhestand sind. Sie habe das Gefühl, dass Menschen, die schon das eine oder andere körperliche Problem und die eine oder andere seelische Verletzung erlitten hätten, ernsthafter bei der Sache seien als Twens, weil sie sowohl die Notwendigkeit als auch den Erfolg ihrer Bemühungen unmittelbarer spürten. www.atemwerkstatt.at

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