Händewaschen als Alternative zur Antibiotikatherapie?

Es ist wieder soweit: Winterzeit ist Erkältungszeit. Zudem rollt die Grippewelle über uns hinweg und der Gang zum Arzt oder zur Ärztin lässt sich fast nicht vermeiden. Die Medien berichten über Grippetote und die Angst vor einer Ansteckung mit welcher Art von Erregern auch immer ist groß. Doch wie kann man sich vor einer Ansteckung wirkungsvoll schützen? Kann man präventiv gegen Krankheitserreger vorgehen, indem man sich regelmäßig die Hände wäscht oder führt doch kein Weg um viel diskutierte Antibiotika herum?

Händewaschen als Alternative zur Antibiotikatherapie?

Händewaschen als Alternative zur Antibiotikatherapie?
Unsere Hände kommen ständig mit einer Vielzahl von Keimen in Kontakt – und das bei ganz alltäglichen Handlungen: Sei es beim Husten, Nase putzen, Türklinke drücken oder beim Schieben des Einkaufswagens. Die Keime können durch Händeschütteln schnell weitergegeben werden und fasst man sich dann an Mund oder Nase, ist es für die Erreger ein Leichtes über die Schleimhäute in den Körper einzudringen und dort eine Infektion auszulösen. Bis zu 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten werden laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) über die Hände übertragen.

Dabei kann präventiv mit einem ganz einfachen Mittel gegen Erkrankungen wie Erkältungen, die Grippe oder auch Magen-Darm-Infektionen angegangen werden: Hände waschen. Gründliches Waschen der Hände senkt nachweislich die Anzahl der Keime und verringert das Risiko von Ansteckungen mit Erregern, die über die Hände weitergegeben werden. Doch Händewaschen ist nicht gleich Händewaschen. Es erfordert ein sorgfältiges Vorgehen. Die Hände müssen beispielsweise ausreichend lange eingeseift und auch Handrücken, Daumen und Fingerspitzen dürfen nicht vernachlässigt werden. Vor allem sollten die Hände nicht nur gewaschen werden, wenn sie schmutzig sind. Denn Krankheitserreger sind nicht mit bloßem Auge zu erkennen.

Werden die Hände regelmäßig und gründlich gewaschen, können Infektionen vermieden und die Anzahl der Keime an den Händen laut BZgA auf bis zu ein Tausendstel reduziert werden. Doch wie werden die Hände richtig gewaschen? Es reicht nicht, das Wasser nur lange genug laufen zu lassen.

Gründliches Händewaschen ist nicht nur wichtig, es gelingt auch ganz einfach:

  1. Erst einmal müssen die Hände unter fließendes Wasser gehalten werden.
  2. Danach ist gründliches Einseifen wichtig: Handinnenflächen und Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume, Daumen und auch die Fingernägel müssen dabei berücksichtigt werden.
  3. Die Seife sollte dann 20 bis 30 Sekunden gründlich eingerieben werden und danach wieder unter fließendem Wasser ordentlich abgespült werden.
  4. Am Ende steht noch das sorgfältige Abtrocknen, auch in den Fingerzwischenräumen.

Wichtig! Regelmäßiges Waschen zum Beispiel nach dem Besuch der Toilette, dem nach Hause kommen, dem Nase putzen, Husten oder vor den Mahlzeiten hilft, Ansteckungen zu vermeiden.

Doch was tun, wenn uns eine Infektion doch einmal in die Knie zwingt? Ein Arztbesuch verschafft Klarheit. Der Arzt oder die Ärztin kann feststellen, um was für eine Erkrankung es sich handelt und die nötigen Schritte für eine Genesung in die Wege leiten. Oftmals verordnen niedergelassene Ärzte Antibiotika. Doch nicht jede Krankheit erfordert die Gabe eines Antibiotikums. Die überwiegende Zahl der Erkältungsinfekte zum Beispiel ist laut TK-Gesundheitsreport von 2017 durch Viren hervorgerufen. Und dagegen hilft dieses Medikament nicht. Eine zu häufige oder gar unnötige Einnahme von Antibiotika provoziert sogar gefährliche Resistenzen, sodass dem Betroffenen im schlimmsten Krankheitsfall kein Antibiotikum mehr gegen die krankmachenden Erreger hilft.

Das genaue Abwägen von Nutzen und Risiko einer Antibiotikabehandlung ist somit unumgänglich. Auch über alternative Therapien im Krankheitsfall kann nachgedacht werden. Jedoch immer in Absprache mit dem behandelnden Mediziner. Manche schwören auf Hausmittel, mit denen man zum Beispiel eine Erkältung auf natürliche Art und Weise überwinden kann. Dazu gehören Pflanzen Öle und Kräuter, die in wissenschaftlichen Studien gezeigt haben, dass sie antibiotische Eigenschaften haben. Unter anderem wirken Aloe Vera, Kamille, Teebaumöl, Knoblauch und Zwiebel keimtötend. Auch Salbei, Meerrettich, Oregano-Öl, Echinacea, Olivenblattextrakt oder Bartflechte wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt, um nur einige zu nennen.

All die genannten Mittel und Therapien helfen dem Immunsystem gegen Krankheitserreger vorzugehen. Sie können Symptome lindern, Schutz vor Bakterien bieten, sie bekämpfen und helfen, Krankheiten entgegenzuwirken. Um jedoch wirklich wirkungsvoll und präventiv gegen Krankheitserreger vorzugehen, führt auch in der heutigen modernen und hochtechnisierten Zeit kein Weg am Händewaschen vorbei.

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