Biogene Arzneimittel für den Darm

Viele aktuelle Publikationen zeigen in umfassender Weise die Darmprobleme der heutigen Zeit. Da stellt sich naheliegender Weise die Frage, wie wir mit natürlichen, selbstbestimmten Anwendungen vorsorgen können? Wie wir den Darm reinigen und aktivieren können, bevor er Schaden nimmt?

Biogene* Arzneimittel für den Darm

Biogene* Arzneimittel für den Darm

*Biogene Arzneimittel sind Wirkstoffe/Arzneistoffe, die aus Pflanzen, Pilzen, Bakterien oder auch aus tierischen und menschlichen Bestandteilen stammen.


Darm reinigen

Wir werfen einen Blick auf unsere Alpinen Heilpflanzen und natürlichen Ressourcen, die dem Darm guttun. Wer an den Darm denkt, denkt oft auch an dessen Reinigung. Als Ernährungswissenschafterin sollte ich reinigen und entschlacken eigentlich gar nicht in den Mund nehmen. Doch einige Pflanzenwirktstoffe säubern so effizient unseren Verdauungstrakt, dass sie unbedingt in den Mund gehören – und anschließend natürlich in Magen und Darm.

Darmreinigungsmittel der gründlichen Art sind alle Hülsenfrüchte – also Bohnen, Erbsen und Linsen. Sie bringen einerseits Ballaststoffe mit, die mechanisch den Darm ordentlich befüllen, massieren und schrubben. Inzwischen gibt es ein genussvolles Angebot an Linsen und Bohnen und diese haben das Arme Leute Image wohl endgültig abgegeben. Hülsenfrüchte enthalten zudem Saponine, das sind schäumende Stoffe, die wir uns wirklich wie Putzmittel vorstellen können. Saponindrogen in der Heilpflanzenwelt sind vor allem jene, die für Frühjahrkuren empfohlen werden: Schlüsselblume und Gänseblümchen beispielsweise.

Ein Scheuermittel braucht auch ein wenig Schärfe, da bieten sich Lauchöle und Senföle an. Alle Zwiebelgewächse bringen, vor allem roh, wirksame Lauchöle in unsere Speisen. Senföle sind etwa in Kresse, Kren und Radieschen enthalten. Die meisten Kohlgemüse enthalten auch Senföle. Die Wirksamkeit der Zwiebel kennen wir alle aus der Volksheilkunde, wo sie bei Infektionen gerne verwendet wurde.

Darm aktivieren

Wenn wir zwei bis dreimal in der Woche Hülsenfrüchten in irgendeiner Form essen kommt Bewegung in den Darm. Diese unterstützen wir noch mit Bitterstoffen. Dabei sollten wir nicht nur an Kaffee und Bier denken, die, unbestritten, Bitteres wohlschmeckend verpacken. Am besten wirken Bitterpflanzenmischungen, weil hier der Gewöhnungseffekt geringer ist. Und wichtig ist auch noch: Bitterstoffe sind meist hitzeempfindlich. Kalte, alkoholische Auszüge oder Bitterkräuterpulber bieten sich daher beonders an.
Leinsamen gilt ebenfalls als Darmaktivierer. Wichtig hierbei ist, gleichzeitig viel Wasser zu trinken, um das Quellmittel für den Leinsamen mitzuliefern. Er saugt sich voll und steigt sein Volumen, was wiederum die Darmfüllung erhöht und den Darm zur Arbeit anregt.

Das Leben auf den Schleimhäuten

Das Leben auf den Schleimhäuten muss vielfältig sein. Möglichst viele verschiedene Kulturen von Bakterien und Hefen sorgen für eine optimale Unterstützung der Verdauungsarbeit. Sie schützen auch vor ungewollten Nahrungsbestandteilen, diese kommen durch eine starke Darmflora nicht durch. Vielfalt auf den Schleimhäuten erreichen wir durch fermentierte Lebensmittel, die in einem offenen System vergoren wurden. Etwa durch einen Apfelessig, der im Fass mit Essigmutter und Luftkontakt hergestellt wird. Oder durch gutes Sauerkraut, Joghurt und besten Honig. Diese vergorenen Lebensmittel brauchen wir sehr regelmäßig in kleinen Mengen, am besten jeden Tag.

Mikroorganismen füttern

Die guten Mikroorganismen, die in unserem Sinne arbeiten, werden Probiotika genannt. Diese Probiotika essen gerne Präbiotika. Damit sind hauptsächlich Ballaststoffe unterschiedlicher Art gemeint. Doch sollten wir nicht nur an Vollkorngetreide denken. Ballaststoffe sind auch in den Kartoffeln, besonders dann, wenn gekochte Kartoffeln abgekühlt werden und später nochmal aufgewärmt. Hier entsteht resistente Stärke, die sich wie ein Ballaststoff verhält und bestes Futter für die Darmbakterien ist. Neben Getreide und Kartoffeln sind es Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte, die Ballaststoffe liefern.

Kraft für die Darmzellen

Unsere Darmepithelien sind auch wählerisch, wenn es ums Essen geht. Sie bevorzugen kurzkettige Säuren als Energiequelle, diese können sie hervorragend nutzen. Etwa Buttersäure oder Essigsäure, wo wir die Quellen schon am Namen erahnen können.

Essen für den Darm

Aus allem, was beschrieben wurde, empfehlen sich nun einfache Lebensmittel und Speisen in guter Qualität. Zum Beispiel gutes, einfaches Honig-Butterbrot, das drei fermentierte Lebensmittel repräsentiert, Ballaststoffe für die Darmbakterien enthält und Energie für die Darmzellen. Vorausgesetzt natürlich, dass das Roggensauerteigbrot Vollkornroggen und Natursauerteig enthält und mit langer Teigführung hergestellt wurde. Und das die Butter beste Sauerrahmbutter ist und der Honig vom Imker aus der Gegend. Und das das Brot mit großem Hunger an einem angenehmen Platz gegessen wird. Oder das morgendliche Essig-Honig-Wasser, dass den Magen-Darm-Trakt für den Tag fit macht. Sauerhonig, eine Mischung aus Honig und Essig, wirkt auf den ph Wert der Schleimhäute und dadurch positiv auf die gesunde Flora.

Rezept Kräuter Sauerhonig

Zutaten:

0,2 Liter Apfelessig
Kräuter mit Scharfstoffen (zB Kresse, Krenwurzel), Bitterstoffen (zB Engelwurz, Wacholder) und Farbstoffen (zB Ringelblume)
600 g Honig

Zubereitung: Kräuter und Wurzeln in Essig ansetzen und 4 Wochen im Halbschatten ausziehen. Ab und zu schütteln und den Ansatz beobachten. Danach abseihen und mit Honig mischen. Der Sauerhonig wird mit Wasser aufgegossen und ergibt ein erfrischendes Getränk. Er eignet sich auch gut zum Abrunden von Marinaden oder Saucen.

Autorin: Dr. Karin Buchart

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