Arthrose rechtzeitig und richtig vorbeugen

Eine Arthrose entsteht durch altersbedingten Verschleiß und andere Ursachen. Ein meistens altersbedingter, fortschreitender Knorpelabrieb in den Gelenken wird als Arthrose bezeichnet. Dadurch kann es im Laufe der Zeit auch zu Veränderungen im betroffenen Knochenbereich sowie der Bänder kommen. Fast alle Gelenke können davon betroffen sein. Dabei kann es zu erheblichen, mit Schmerzen verbundenen Bewegungseinschränkungen kommen. Bundesweit leiden etwa 8 Millionen Menschen an dieser Erkrankung. Neben dem Alterungsprozess können verschiedene Risikofaktoren die Krankheitsentstehung begünstigen. Vorbeugung ist möglich.

Arthrose – Das Volksleiden betrifft überwiegend ältere Menschen

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Der Knorpelverschleiß an den Gelenken betrifft besonders häufig das Kniegelenk. Die Verschleißerscheinungen können auch im Bereich des Hüftgelenks, der Zehen oder Finger sowie der Schulter auftreten. Der funktionstüchtige Knorpel wirkt als Pufferzone und Schutzschicht zur Reduzierung auftretender Belastungen. Dadurch wird ein aufeinander reiben der Knochen verhindert. Wird der Knorpel beschädigt, verringert sich mit zunehmender Zeit die Höhe des Knorpelgewebes und es bildet sich ein Spalt. Es kommt zu einer Verdichtung des unter dem Knorpel liegenden Knochens. Den Betroffenen können schmerzhafte Bewegungseinschränkungen zu schaffen machen. Bis zum 20. Lebensjahr sind 9 Prozent von dieser Erkrankung betroffen. Bei Menschen mit einem Lebensalter von über 60 Jahren sind mehr als die Hälfte der Frauen und circa ein Drittel der Männer von der Gelenkerkrankung betroffenen. Die Anteile liegen über dem 65. Lebensjahr nochmals deutlich höher. Ab dem 95. Lebensjahr leiden 90 Prozent daran.

Arthrose – Ursachen und Risikofaktoren

Außer dem normalen, altersbedingten Verschleiß können sich auch besondere Belastungen auswirken. Bestimmte Risiken können die Gefahr einer Fehl- und Überbelastung deutlich erhöhen. Dazu zählt insbesondere deutliches Übergewicht. Intensive Belastungen der Gelenke durch Gewichtheben, Basketball oder schwere körperliche Arbeiten bilden ebenfalls ein erhöhtes Arthrose-Risiko. Einfluss auf die Krankheitsentwicklung hat ebenso die Ernährung. Eine fettreiche Ernährung führt zu Übergewicht und zu einer höheren Schmerzempfindlichkeit. Negative Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf hat außerdem eine mangelhafte Bewegung aufgrund der geringeren Durchblutung des Gewebes. Als Ursache kommen auch genetische Faktoren und Gelenkfehlstellungen in Betracht.

Arthrose – Symptome und Diagnose

Arthrose - Symptome und Diagnose

Der Krankheitsbeginn wird zunächst kaum wahrgenommen. Bei einem langsamen Verlauf gilt das auch für geringfügige Bewegungseinschränkungen. Ein typisches Anzeichen stellt zunächst die sogenannte Morgensteifigkeit dar. Erste Elastizitätsverluste und Anlaufschmerzen stellen sich ein. Bestimmte Gelenke können erstmals ein Schmerzempfinden (Anlaufschmerz) auslösen. Nach kurzer Zeit der Bewegung bilden sich die Beschwerden wieder zurück. Mit der Zeit entwickelt sich eine Schwellung im betroffenen Bereich verbunden mit einem Druckschmerz. Im weiteren Verlauf können Schmerzen auch im Ruhezustand auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium lassen sich Bewegungsabläufe nicht mehr vollständig durchführen. Bei einer Betroffenheit von Knie-, Hüft- oder Fußgelenk sind in der Regel Veränderungen beim Gehen auffällig. Zu einer ersten Diagnose können oftmals bereits die geschilderten Beschwerden beitragen. Eine genaue Diagnose ergibt sich durch bildgebende Untersuchungsverfahren sowie eine Blutuntersuchung.

Arthrose – Behandlungsmöglichkeiten

Therapeutische Maßnahmen haben das Ziel der Gelenkerhaltung und bedarfsgerechten Schmerzreduzierung. Eine Verzögerung der Krankheitsentwicklung durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung und Gewichtsreduzierung kann dazu beitragen. Eine ausreichende Bewegung sorgt für eine Verbesserung der Durchblutung. Dadurch erfolgt eine optimierte Nährstoffzufuhr der Knorpel über die Gelenkschmiere. Ebenso können physiotherapeutische Maßnahmen mit gezielten Bewegungsübungen der betroffenen Bereiche sowie Wärme- oder Kältebehandlungen oder einer Wasser-/Bädertherapie vorteilhaft sein. Orthopädische Hilfsmittel wie Orthesen, Schuheinlagen und Fersenkissen sowie Bandagen oder Sitzerhöhungen unterstützen bei den alltäglichen Bewegungen oder Körperhaltungen. Dadurch kann die Bewegungsfähigkeit stabilisiert werden sowie eine Schmerzlinderung durch die Reduzierung von Belastungen erfolgen. Im Bedarfsfall können Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung sowie Injektionen verabreicht werden. Bei einem besonders schweren Verlauf kann eine Arthroskopie oder Operation durchgeführt werden (Gelenkversteifung oder künstliches Gelenk).

Arthrose – Maßnahmen zur Vorbeugung

Bei überlastungsbedingten Ursachen kann durch eine Reduzierung oder den Wegfall der Belastung Einfluss genommen werden. Dabei ist eine deutliche Reduzierung bestehenden Übergewichts besonders nützlich. Bezüglich der altersbedingten Verschleißerscheinungen ist eine gesunde Ernährung kombiniert mit ausreichender Bewegung in jedem Fall empfehlenswert. Dadurch werden nicht nur Übergewicht, sondern auch negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel verhindert. Die Alltagsernährung sollte viel frisches Obst und Gemüse enthalten. Außerdem sorgt zusätzliche Bewegung für eine bessere Durchblutung. Damit können mehr Sauerstoff und Nährstoffe über die Blutbahn zu den betroffenen Gelenken transportiert werden. Verletzungsgefährliche Sportarten und Überlastungen sollten jedoch vermieden werden. Ein idealer Bewegungssport ist Schwimmen. Eine gezielte Gelenkgymnastik ist nach einer Aufwärmübung ebenfalls empfehlenswert. Morgendliches Schulterkreisen, Wippen auf der Stelle und ein paar Kniebeugen erhöhen die Vorfreude auf den Kaffee. Zusätzliche Spaziergänge an der frischen Luft sind zur allgemeinen Fitness ebenso sinnvoll.

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