Küsse zur Förderung der Gesundheit?

Innige Umarmungen, das Gesicht des Geliebten direkt vor dem eigenen und dann spürt man sie, die Lippen. Küsse ereignen sich täglich milliardenfach. Und doch werden sie von den meisten Menschen hinsichtlich ihres Potentials unterschätzt. Selbstverständlich empfinden wir einen Kuss als angenehm. Teilweise sogar als leidenschaftlich. Doch ist da noch mehr? Die Wissenschaft sagt: Ja, eindeutig.

Ist Küssen gesund?

Küsse zur Förderung der Gesundheit?

Die heilsame Wirkung des langersehnten Kusses auf das von Liebe gebeutelte Herz bleibt in der Wissenschaft unbeachtet. Man interessiert sich ausschließlich für die medizinischen Aspekte des Kusses – und die sollen gewaltig sein.

Dass Küssen gesund ist, hat auch der Laie sein Leben lang geahnt. Warum sonst sollten wir es mit Leidenschaft immer wieder tun? Nun liefert die Wissenschaft jedoch belastbare Fakten, die diese vage Vorahnung bestätigen. Die positiven Effekte sind jedoch eher weniger romantisch.

Das Immunsystem

Auf das Immunsystem wirken Küsse gleich doppelt. Durch den stimmungsaufhellenden Effekt des Kusses werden die Abwehrkräfte unseres Körpers gestärkt. Darüber hinaus wirkt der unappetitliche, millionenfache Austausch von Krankheitserregern, der während eines Kusses vorgenommen wird, abhärtend. Ist der Partner jedoch akut erkrankt, sollte auf Küsse verzichtet werden. Ansonsten muss niemand aus hygienischen Überlegungen auf den Austausch von Zärtlichkeiten verzichten – wir profitieren sogar von den Schattenseiten dieses Vergnügens.



Am Rande ist zu erwähnen, dass das menschliche Verhalten in Bezug auf den Mund eines anderen paradox ist. Bereits Freud stellte fest, dass der Mensch innig küsst, jedoch davor zurückschreckt, die Zahnbürste des anderen zu benutzen. Trotz des Austauschs von 80 Millionen Bakterien pro Kuss, empfindet der Mensch also Vergnügen bei dieser Tätigkeit – die Zahnbürste des Partners wirkt auch weit weniger stimmungsaufhellend. Festzuhalten bleibt, dass die Abwehrkraft durch den Speichelaustausch nachhaltig gestärkt wird.

Entspannung

Stress ist an der Entstehung zahlreicher Krankheiten beteiligt. Wer seinen Alltag etwas entschleunigen und schädlichen Stress wirksam bekämpfen möchte, sollte zu den Lippen eines lieben Mitmenschen greifen. Darüber hinaus erzeugt auch die Abwesenheit zwischenmenschlicher Zärtlichkeiten Stress. Demnach kann der Prozess des Küssens sowohl als Stressprävention als auch als aktive Bekämpfung vorhandenen Stresses gesehen werden.

In engem Zusammenhang mit dem entspannenden Faktor steht auch das Thema „Glück“. Wer küsst, empfindet dabei ein Gefühl des Glücks, der innigen Zufriedenheit. Forscher bestätigen, dass im Gehirn zahlreiche Botenstoffe ausgeschüttet werden, wenn wir uns einem anderen innig hingeben. Neben einer spürbaren Aufhellung der Stimmung ergeben sich zahlreiche weitere positive Effekte. Wer in einer gelingenden Beziehung lebt und aus diesem Grund häufig küsst, ist in der Regel ein glücklicher Mensch – und glückliche Menschen leben durchschnittlich länger als unglückliche.

Nicht nur Vorteile

Bei aller Euphorie muss jedoch auch erwähnt werden, dass Küsse nicht nur positive Effekte mit sich bringen. Hinsichtlich der Stärkung der Abwehrkräfte wurde bereits erwähnt, dass diese nur auftritt, wenn der Geküsste gesund ist. Andernfalls stecken wir uns an. Glücksgefühle und Entspannung treten nur ein, wenn wir den anderen wirklich küssen wollen. Gesundheitliche Vorteile ergeben sich somit kaum, wenn wir krampfhaft versuchen, jeden Tag mindestens einen Kuss zu erhalten bzw. zu verteilen, obwohl dies nicht unserer Stimmungslage entspricht.

Die Bestandsaufnahme

Der durchschnittliche Deutsche küsst 3,2-mal pro Tag. Angesichts der vielfältigen positiven Effekte dieser Aktivität deutlich zu wenig. Letztendlich bleibt es jedoch eine Frage der persönlichen Vorlieben und Neigungen, wie oft wir dieser Aktivität der Gesundheitsvorsorge nachgehen wollen – oder eben nicht. Da es sich um einen Durchschnittswert handelt, der unabhängig vom Beziehungsstatus der Befragten erhoben wurde, bleibt die Aussagekraft jedoch fraglich.

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