Ergonomie am Arbeitsplatz: das optimale Büro

Ergonomie und Gesundheit am Arbeitsplatz sind keine neuen Themen sondern Grundbedürfnisse und Basisanforderungen in der heutigen Arbeitswelt. Besonders die Generation Y fordert ein modernes dynamisches Arbeitsumfeld, welches sich in Einklang mit dem eigenen Lebensstil befindet. Und dennoch ist der Grossteil der Arbeitsplätze noch meilenweit von diesem optimalen Arbeitsumfeld entfernt. Wie ein optimaler Arbeitsplatz heute aussieht verrät Joél Steinmann, zertifizierter Ergonomie Berater und geprüfter Arbeitsplatz-Experte.

Ergonomie am Arbeitsplatz

Ergonomie am Arbeitsplatz: das optimale Büro

Gesunde Arbeit – Fotolia © contrastwerkstatt

Der wichtigste Punkt im gesamten Konzept gesunden Arbeitens ist und bleibt der Mensch. Ein Unternehmen, welches sich für ergonomische Arbeitsplätze engagiert sollte daher neben der Bereitstellung der Infrastruktur auch auf die Umsetzung und Benutzung achten. Menschen sind Gewohnheitstiere. Eine entsprechende Schulung zum Arbeitsbeginn wie denn alle Möbel – dazu zählt der Stuhl, der Bürotisch, der Stauraum und die Arbeitsplatzbeleuchtung – funktionieren und individuell eingestellt werden ist unerlässlich und vermittelt Wertschätzung. Um die optimale Einstellung zu finden sollte ein Spezialist hinzugezogen werden, welcher die individuellen Bedürfnisse genau berücksichtigen kann.

Zuerst ist immer der Stuhl

Die individuelle Einstellung und Anpassung des Stuhls an den Nutzer ist von zentraler Bedeutung. Oft können Bürostühle viel mehr als man glaubt. Neben der Sitzhöhe haben die meisten Bürostühle auch die Möglichkeit den Widerstand des Zurücklehnens einzustellen oder die Sitztiefe zu verändern. Die Blockade des Zurücklehnens sollte auf jeden Fall aufgelöst werden. Ohne diese Blockade wird dynamisches Sitzen erst möglich. Dann können heute fast alle Bürostühle die Rückenlehne in der Höhe anpassen um einen optimalen Support für den Rücken zu ermöglichen.

Erhöhtes Sitzen ist der Punkt für eine aktive und moderne Arbeitsweise. Je höher man sitzt ohne den Bodenkontakt mit den Füssen zu verlieren, desto aufrechter ist der Oberkörper. So vermeidet man krummes Sitzen und steigert die Produktivität. Heute besonders modern und zeitgemäss sind Sitzlösungen in Sattelform oder mit maximaler Bewegung in alle möglichen Richtungen. Damit darf der Körper ständig in Bewegung bleiben und stärkt so kleine Muskelverbindungen rund um das Skelett.

Sobald der Stuhl im freien Raum optimal an den Menschen angepasst wurde setzt man die notwendigen Anpassungen bei allen anderen Infrastrukturelementen fort.

Den Schreibtisch korrekt einrichten

Der optimale Arbeitsplatz sieht heute vor, dass sowohl stehend wie sitzend gearbeitet werden kann und das in einfachem Wechsel. Idealerweise setzen Unternehmen dabei auf Schreibtische mit elektrischer Höheneinstellung. Alleine schon die Unterschiedlichen Körpergrössen ermöglichen mit einem solchen Schreibtisch ob Frau oder Mann, gross oder klein die optimale Arbeitshöhe. Die optimale Schreibtischhöhe in Sitzposition ist dort wo Ellenbogen in zirka 90° angewinkelt sind und seitlich am Körper anliegen. Bei der Stehhöhe verhält es sich genau gleich. Idealerweise lässt man einfach die Arme fallen und beugt diese dann zu einem 90° Winkel und schon hat man die Tischhöhe festgelegt.

Ergonomie am Arbeitsplatz: das optimale Büro

Als nächstes werden die Arbeitsutensilien wie Tastatur, Maus, Monitor und allfällige andere Elemente platziert. Die Tastatur sollte möglichst nahe am Körper sein sodass die Oberarme am Körper anliegen. So ist der Rücken gerade und aufrecht. Die Maus ist in unmittelbarer Nähe dazu um einen kurzen Weg zu haben. Wer Schmerzen in den Armen verspürt könnte sich Gedanken machen eine ergonomische Maus und oder Tastatur einzusetzen. Diese ermöglicht eine natürlichere Arm- und Handposition. Viele arbeiten heute mit mehr als einem Monitor. Wer beide Monitore zu gleichen Teilen verwendet, sollte diese in einem gleichen Winkel zueinander direkt vor einem haben. Das bedeutet die linke Monitorkante des rechten Monitors zeigt auf die eigene Nase uns ist direkt und gerade vor einem. In der Höhe sollten Monitore so eingestellt sein, dass man eine leicht gesenkte Kopfhaltung hat. Idealerweise lassen Sie sich hier von einem Spezialisten helfen.



Jetzt sollte man sich noch Gedanken über die optimale Lichtmenge machen. Sowohl der Monitor als auch die Lampen und allfällige Fenster geben Licht ab. Je älter jemand ist desto höher ist der Lichtbedarf. Auch sollte darauf geachtet werden welche Lichtfarbe im Raum besteht. Ist das Licht zu grell wirkt sich das anstrengend auf die Augen aus oder im Umkehrschluss macht es müde. Direkte Lichteinstrahlung ins Gesicht sollte vermieden werden. Indirektes Licht über die Decke und Wände sorgt für ein angenehmes Raumlicht und das Direktlicht darf den Schreibtisch so ausleuchten, damit man ohne Anstrengung schreiben und arbeiten kann.

Zu guter Letzt wäre noch die Akustik zu prüfen. Wenn der Lärmpegel zu hoch ist und von der Arbeit ablenkt sind zahlreiche Erkrankungen möglich. Hier helfen Akustiklösungen in allen möglichen Varianten wie Bilder, Deckensegel oder gar Trennwände.

Abschliessend noch eine Empfehlung. Die beste Position ist immer die nächste. In diesem Sinne bleibt man idealerweise in Bewegung und wechselt im Stundentakt zwischen stehender und sitzender Tätigkeit und gönnt sich dazwischen ein kurzes Päuschen um den Kopf frei zu bekommen. Das steigert gemäss Studien die Leistungsfähigkeit um ein Vielfaches.

Joél SteinmannJoél Steinmann – Bei solergo.ch beschäftigt er sich intensiv mit Ergonomie und Gesundheit am Arbeitsplatz. Er betreibt ein Fachhandelsgeschäft mit Showroom und Onlineshop in der Schweiz für gesundes Arbeiten und hilft Menschen mehr zu leisten. Daneben ist er als Online Marketing Experte für verschiedene Weiterbildungsinstitute tätig.

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