Ruhiger Geist schafft ruhigen Darm: psychologische Ansätze in der Reizdarmtherapie

“Ein ruhiger Geist schafft ruhigen Darm”. “Auf das Bauchgefühl hören!” Viele Redewendungen deuten bereits darauf hin: Liebe geht durch den Magen”, “Ein Stein im Magen” oder “Schiss” haben vor lauter Angst. In der Tat können Ängste, Sorgen, Stress und negative Gedanken die Verdauung entsprechend beeinflussen. Wenn die Seele unter Druck steht, schlägt das vielen Menschen auf die Verdauung, ganz besonders Reizdarmpatienten. Auf Stress, Ängste und Konfliktsituationen reagiert ein Reizdarm höchst sensibel. Andererseits dankt er es in der Regel schnell, wenn man ihm Ruhe gönnt und Zeit zum Abschalten: Nachts und in entspannten Situationen mindern sich Reizdarmbeschwerden üblicherweise oder lassen sogar völlig nach. In der Reizdarmtherapie setzt man deshalb häufig neben Allgemeinmaßnahmen und Medikamentengaben auf eine psychologische, psychotherapeutische Therapie.

Reizdarmtherapie – Ruhiger Geist schafft ruhigen Darm

Ruhiger Geist schafft ruhigen Darm

Stress kann auf den Magen “schlagen”. Der Zusammenhang zwischen Darm und Psyche sollte daher nie außer Acht gelassen werden. Darmbeschwerden haben nicht nur organische, sondern gehen häufig mit psychosozialen Faktoren, wie Stress einher. So kann auch beim Reizdarmsyndrom (RDS) Stress Beschwerden verstärken oder sogar auslösen. Patient*innen werden verhaltensbezogene Therapie-Maßnahmen wie beispielsweise Entspannungtechniken, Anti-Stress-Trainings, usw. im Rahmen einer Psychotherapie empfohlen.

Welche Verfahren die beste Wirkung zeigen, hängt stark vom jeweiligen Patienten ab. In Betracht kommen beispielsweise:

  • kognitive Verhaltenstherapie
  • psychodynamische Therapie
  • Biofeedback
  • darmbezogene Hypnose
  • Psychoanalyse
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Hilfreich können Entspannungsmaßnahmen sein wie Yoga, progressive Muskelrelaxation, autogenes Training oder spezielle Atemübungen. Solche Techniken lassen sich leicht erlernen – auch viele Krankenkassen bieten solche Kurse an.

Kopf und Bauch im Wechselspiel

Man geht heute davon aus, dass Gehirn und Darm sich wechselseitig beeinflussen („brain-gut axis“) – und die Psyche sich entsprechend auf das Reizdarmsyndrom auswirken kann. So können psychologische Faktoren offenbar die Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Zum Teil sehen Experten auch einen Zusammenhang zwischen dem Reizdarm-Syndrom und traumatischen Ereignissen und familiären Belastungen in der Kindheit. Oft sind Reizdarmpatienten zudem ängstlicher als andere Menschen oder neigen zu Depressionen. Entsprechend sind in vielen Fällen Angsterkrankungen und Burnout mit zu behandeln.

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