Wie man mit Pilates zu einem völlig neuen Körpergefühl kommt

Pilates, die sanfte Trainingsmethode für Körper und Geist und wurde von einem Mann entwickelt, der selbst alles andere als „fit“ war. Dennoch ist Pilates nicht „sanft“, wie viele denken. Im Gegenteil, wer Pilates regelmäßig praktiziert, gönnt sich ein gezieltes Körpertraining, das in die Tiefe wirkt, ohne zu schwitzen. Das ist möglich, weil die Übungen extra zum gezielten Aktivieren einzelner Muskeln und Muskelpartien entwickelt wurden. So zählt bei diesem Entspannungs- und Fitnessprogramm nicht die Quantität der einzelnen Übungen, sondern ihre korrekte Ausführung, also die Qualität. Damit erklärt sich auch von selbst, warum vor allem zu Beginn das Training nur mit einem ausgewiesenen Pilates-Trainer durchgeführt werden sollte.

Mit Pilates zu mehr Balance und Beweglichkeit

Mit Pilates zu mehr Balance und Beweglichkeit

Pilates Training vereinigt Atmung und Bewegung, verbindet Kraft und Beweglichkeit und lenkt die Konzentration auf die Körpermitte. Somit wirkt dieses Fitnessprogramm ganzheitlich. Das Training kann jede Person, jeden Alters durchführen, da die Übungen auf die Beweglichkeit und Kraft jedes Einzelnen abgestimmt werden:

  • Ganzheitliches Körpertraining: Ob Beckenboden oder Rücken, Hüfte oder Schulter… Indem vor allem die tiefliegenden, kleinen, aber meist schwächeren Muskelgruppen angesprochen werden, sorgt das Programm für eine rundum gesunde Körperhaltung. Personen, die eine Zeitlang Pilates trainieren, merken dies in der Regel an einer vermehrten natürlichen Aufrichtung ihres gesamten Bewegungsapparats.
  • Frei von Belastung: Muskeln und Gelenke werden gezielt trainiert, ohne sie zu belasten. Daher ist Pilates auch ein beliebter Rehabilitationssport.
  • (Wieder) zur Mitte finden: Indem das Training Atmung und Bewegung miteinander kombiniert, werden Kraft und Beweglichkeit trainiert aber auch die Konzentration auf die Körpermitte und auf den Geist geschult.
  • Koordination & Sauerstoffzufuhr: Durch Pilates verbessert sich die Koordination der Bewegungsabläufe, was auch dem Gehirn guttut. Der bewusste Einsatz der Atmung erhöht die Sauerstoffzufuhr und aktiviert somit den Stoffwechsel.

Pilates: Wer hat’s erfunden?

Erfunden und Schritt für Schritt entwickelt wurde der Sport von Joseph H. Pilates (1883-1967). Der Sohn eines erfolgreichen Turners litt als Kind unter Asthma, Rachitis und rheumatischem Fieber. Dennoch führte seine Freude an Bewegung schon früh zu einem besonderen Körperbewusstsein und er begann schon früh seinen Körper zu kräftigen, beschäftigte sich mit Bewegungslehre, sowie Trainings- und Entspannungsmethoden, wie Yoga und Zen-Meditation. Später wurde er Boxer, Zirkusartist sowie Lehrer für Selbstverteidigung an Polizeischulen, trainierte in England Beamte des Scotland Yard und wurde als Deutscher zu Beginn des Ersten Weltkrieges interniert. In dieser erzwungenen Ruhepause begann er sein Konzept eines ganzheitlichen Körpertrainings zu entwickeln, indem einzelne Muskeln oder Muskelpartien ganz gezielt aktiviert, entspannt oder gedehnt werden und trainierte seine Mitgefangenen gleich mit. 1926 wanderte Joseph Pilates nach New York aus und gründete mit seiner Frau, einer Krankenschwester, sein Box- und Trainingsstudio, in dem er bis zum Tod unterrichtete.

Nicht die Quantität, sondern die Qualität der Übungen zählt und die Atmung wird mit den Bewegungen koordiniert.



Besonderes Augenmerk gilt der Pilates-Box (Körpermitte). Aus diesem gedachten Rechteck tief in der Körpermitte heraus, starten alle Übungen. Das Training der Tiefenmuskulatur im Becken und in der Taille verbessert die Beweglichkeit. Becken und Schulterbereich lassen sich dadurch noch freier gegeneinander verdrehen. Durch die Aktivierung dieses Kraftzentrums (Powerhouse) werden Taille und Hüfte – sozusagen als Nebenwirkung – schlanker. Pilates bringt Muskeln und Gelenke wieder in Schwung, ohne sie zu belasten.

Pilates wird am Körper sichtbar

Das gute an dieser Sportart im Vergleich zu anderen ist, die langfristige Wirkung, die sich von selbst einstellt. Außerdem sieht ein Mensch, der Pilates regelmäßig trainiert, meist aufrechter, gelassener, größer und schlanker aus. Das ist kein „Werbeversprechen“, sondern liegt an der Tiefenwirkung der Übungen und am Nebeneffekt: Wer Pilates trainiert, ändert bald seine Bewegungs- und Haltungsgewohnheiten und nimmt so das Training mit in den Alltag. Wer aufrechter geht, gibt Verschleiß durch Fehlhaltungen keine Chance. Außerdem kann man, auf Wunsch, viele Übungen wirkungsvoll während der üblichen Tagesaktivitäten oder anderer Sportarten einbinden.

Wie trainiert man Pilates?

Wie trainiert man Pilates?

Pilates trainiert man im Stehen und auf dem Boden, daher gehört als Grundausstattung bequeme Kleidung und eine weiche Matte dazu. Je nach Übung und Fortschritt der Übenden, werden gerne auch Hilfsmittel, wie Bänder, Ball, Igelbälle, kleine Hanteln usw. hinzugenommen.

Im Internet gibt es viele Pilates-Übungen, doch Vorsicht! Um mit Pilates wirklich Erfolg zu haben ist es enorm wichtig, es korrekt auszuführen. Die Übungen müssen in korrekter Haltung ausgeführt werden, damit sich der Erfolg einstellt. Die größte Gefahr ungeübter Personen ist es, Pilates zu unterschätzen. Mit „das kann doch jeder“, schleichen sich schnell Bewegungs- und Haltungsfehler ein.

Für die Pilates-Ausbildung gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Daher gibt es leider nicht wenige Trainer, die Pilates-Übende regelrecht drillen und dabei Haltungsfehler in Kauf nehmen. Pilates wird so auch von Trainern häufig unterschätzt: Man möchte sich „mal eben“ in Pilates zertifizieren lassen, um das Trend-Fitnessprogramm neben Step-Aerobic und Co. anbieten zu können.

Die Verletzungsgefahr ist bei Pilates eher gering, doch Bewegungs- und Haltungsfehler sind ohne gute Anleitung einfach vorprogrammiert, weil die Übungen so klein und „unscheinbar“ von außen wirken. Empfehlenswert ist hier mindestens eine fachliche Einführung in die Methodik notwendig, besser ist jedoch die regelmäßige Anleitung in einem Kurs vor Ort. Daneben kann man ohne Bedenken die gelernten Übungen selbst durchführen.

Woran erkennt man gute Pilates-Trainer?

Ein guter Pilates-Trainer ist nicht nur zertifiziert, sondern bildet sich regelmäßig in geeigneten Schulungen fort, kennt sich im Gesundheitstraining und Prävention (Rückenschule usw.) aus und passt jede Übung an die Beweglichkeit und Kraft seiner Schüler an.

Informationen:

Pilates-Portal im Internet, www.pilates.de
Deutscher Pilates-Verband, www.pilates-verband.org

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