Yoga für schwangere Frauen

Yoga für schwangere Frauen – eine emotionale, körperliche und mentale Begleitung in der Schwangerschaft

Oft beginnt es mit einem Gefühl, die Intuition sagt einer schwangeren Frau meist schon vor dem positiven Test, dass sie ein Baby erwartet. Schon zu diesem Zeitpunkt beginnt die Reise, manchmal auch eine Achterbahnfahrt: der Emotionen, des Körpers und vieler kleiner und großer Wunder und Veränderungen, die meist erst im Prozess der Schwangerschaft ins Bewusstsein der Frauen treten.

Eine Zeit der Wandlung

Schwangerschaftsyoga – Fotolia.com – Urheber: and.one

Eine Schwangerschaft ist eine Zeit der Liebe, der Gefühle und des Wandels. Neue Dimensionen von Freude und Glück können sich mit großer Sorge und Tränen abwechseln. Überforderung, Neubeginn, Loslassen und Einlassen auf das neue Leben. Um nur einige Punkte zu nennen, die eine werdende Mutter umgeben. Ein Baby – sowohl das erste Kind als auch der Familienzuwachs – verändert das eigene Leben. Und dieser Prozess möchte angenommen werden.

Schwangerenyoga

Sanftes Yoga für die Schwangerschaft unterstützt eine schwangere Frau, sich in diesem Wandlungsprozess zu finden, sich anzunehmen und im besten Falle wohl zu fühlen. Dabei gibt es vier Kernpunkte, auf die im Yoga in der Schwangerschaft besonders wertgelegt wird

  1. Körperliche Gesundheitsförderung und Stärkung sowie Erleichterung bei
    bestehenden körperlichen Beschwerden
  2. Emotionale und mentale Stärkung. Vor allem der eigenen weiblichen
    Intuition und des Urvertrauens in sich und den natürlichen Verlauf von Schwangerschaft und Geburt
  3. Bewusste Bindungsaufnahme von Mutter und Kind
  4. Geburtsvorbereitung und positive Einstimmung auf die Geburt

Dabei richtet sich Schwangerenyoga an ALLE schwangeren Frauen und keineswegs nur an die, die bereits vorher Yogaerfahrungen gemacht haben.

Die Übungen sind auf die Bedürfnisse und individuelle Leistungsfähigkeit der Frauen abgestimmt. Darüber hinaus entscheidet jede schwangere Frau in Selbstfürsorge, was ihr gut tut und wie intensiv sie eine Yogaposition ausüben möchte. Die Entscheidung zur Reduzierung der Dynamik einer Übung hat somit nichts mit Versagen oder anderen demotivierenden Dimensionen aus dem Leistungsdenken zu tun, sondern vielmehr mit wertschätzender Annahme der eigenen Grenze und dem Kennenlernen sowie Spüren des sich verändernden Körpers.

Ablauf einer Yogastunde

Yoga für Schwangere – Fotolia.com – Urheber: fizkes

Die konkrete Gestaltung einer Yogaeinheit für Schwangere wird durch die zugrunde liegende Yogatradition, z.B. Hatha Yoga oder Kundalini Yoga, als auch durch die Persönlichkeit und den Fokus der Yogalehrerin / des Yogalehrers bestimmt. Ich empfehle bei der Auswahl eines Kurses, erneut auf die eigene Intuition und auf das Bauchgefühl zu hören.

Folgende Inhalte sind meist Teil einer regulären Yogastunde für Schwangere

  • Körperstärkung, Lockerung und Lösung von Energieblockaden durch ein spezielles Yogaset mit auf die Schwangerschaft abgestimmten dynamischen und gehaltenen Yogaübungen und Dehnungen, die in Verbindung mit der Atmung eine gezielte Wirkung in Körper und Geist erreichen können
  • Raum für Kontaktaufnahme von Mutter und Baby durch bewusste Aufmerksamkeit, Atmung, Tanz und die eigene Stimme. Dabei wird darauf geachtet, dass jede Mutter ihren eigenen Weg hat, mit ihrem Baby in Verbindung zu treten und das unsichtbare Band zu spüren
  • Bewusste Atemführung und Atemmeditationen, die schwangere Frauen unterstützen zu entspannen oder auch in Schwung zu kommen
  • Geburtsvorbereitung durch spezielle Haltungen, Atemtechniken und dem Wechselspiel zwischen bewusster An- und Entspannung, um auf die individuelle Kraft zu vertrauen und sich gleichermaßen auf das Loslassen unter der Geburt vorzubereiten
  • Meditation und eine tiefe Entspannung in Seitenlage runden die Yogastunde ab und ermöglichen tiefe Ruhe und Integration des Erlebten
    Geburt mit Vertrauen & Freude begegnen

Unabhängig davon, mit welcher Körperwahrnehmung, Zufriedenheit und emotional-mentalen Situation die Frauen in das Schwangerenyoga kommen, ermöglicht es ihnen einen tieferen Zugang zu ihrer Schwangerschaft, dem Baby und dem eigenen Urvertrauen zu gewinnen – dem Wissen, dass alles im Körper einer Frau angelegt ist, um zu gebären und auch die Babys diesen Prozess ganz intuitiv mitgehen. Angst vor der Geburt will angesehen und durch Vertrauen in die eigene Kraft und Intuition ersetzt werden.

Jede Geburt ist einzigartig, genau wie jedes Kind im Bauch auch. Es ist ein Erlebnis, vermutlich mit Höhen und Tiefen, doch die Freude, das Wunder und das Glück der Geburt in den Fokus zu setzen, unterstützt das Nervenkostüm, ebenso wie Seele und Herz.

Tips

Drei persönliche Tips für die Schwangerschaft:

  1. Spieluhr Ritual: Eine bereits in der Schwangerschaft ausgewählte Spieluhr
    kann jeden Abend als Gute-Nacht-Ritual (gerne mit Partner) auf den Bauch gelegt werden und unterstützt den Dialog und die Verbindung mit dem Baby
  2. Stillkissen für besseren Schlaf: Unterstützung beim Finden einer geeigneten
    Schlafposition kann ein Stillkissen bringen, das sowohl zwischen den Beinen, hinter dem Rücken oder als Ablage von Kopf und Bauch positioniert werden kann, um in einen entspannteren Schlaf zu kommen
  3. Playlist für die Geburt: Die eigenen Lieblingslieder und meditativ-
    entspannende Musik kann unter der Geburt helfen, bei sich zu bleiben, sich wohl zu fühlen in ungewohnter Atmosphäre und besser zu entspannen

Über die Autorin:
Kristin SeedorffKristin Seedorff ist international zertifizierte Yogalehrerin für Schwangerschaft, Geburt und Rückbildung, Mutter von zwei Söhnen und lebt in Hamburg. 2017 gründete sie Yoga Herzklopfen und bietet seitdem Schwangerenyoga, Geburtsvorbereitung, Rückbildungskurse und individuelle Yogaeinheiten an www.yoga-herzklopfen.de
3HO zertifizierte Yogalehrerin für Schwangerschaft, Geburt, Rückbildung (Kundalini Yoga)
Ausgebildete Sintony Lehrerin (chinesisches Yoga, TCM)
Yoga Dancing Instructor (Yoga und Tanz)
Diplom Kauffrau (FH) und Marktforscherin

Yoga für schwangere Frauen
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5 Gedanken zu “Yoga für schwangere Frauen

  1. Hallo! Ist das wirklich in jedem Fall unbedenklich für das Kind? Ich weiß ja nicht, aber allein die Vorstellung sport zu treiben, während der Schwangerschaft behagt mir gar nicht. Wo kann ich mich diesbezüglich noch fundierter erkundigen? GLG, Eda

    • Liebe Eda,
      ich gehe durch deine Frage davon aus, dass du ein Baby erwartest? Herzlichen Glückwunsch 🙂
      Letztendlich geht es im Schwangerenyoga genau darum, dass du Kontakt zu deinem Körper bekommst, deine Ängste und Sorgen hinsichtlich der Schwangerschaft und auch der bevorstehenden Geburt anschaust und dir Gutes tust. Dich in der neuen Situation annimmst und auf dein Gefühl, deine Intuition lernst zu hören.
      In der Schwangerschaft empfehle ich definitiv Bewegung. Ein Einigeln im häuslichen Umfeld und ein in Watte packen des eigenen Körpers ist, außer in Einzelfällen, eher kontraproduktiv und kann zu Stauungen im Gewebe, Wassereinlagerungen und anderen Symptomen führen. Dennoch sind nicht alle Sportarten gleichermaßen geeignet. Empfehlenswert ist neben Yoga, Schwimmen, Walken / Spazieren Gehen, leichtes Pilates.
      Wenn du noch weitere Informationen brauchst, sende mir gerne eine Nachricht kristin@yoga-herzklopfen.de
      Auf YouTube habe ich ein Video auf meinem Kanal von Yoga Herzklopfen, wo du Schwangerenyoga Übungen siehst. Es ist wirklich sehr sanft und wohltuend. Alles Gute!

  2. Liebes Team, finde es grundsätzlich prima, die Idee mit dem Yoga für Schwangere. Schließlich ist eine Schwangere ja nicht krank sondern und soll insbesondere während der Schwagerschaft auf sich und das Kind achten. Achtsam nach Innen hören – hören was einem gut tut und eben auch sehr behutsam darauf achten was einem nicht so gut tut. Eine Frage an die Autorin: Gibt es beim Yoga für Schwangere etwas auf das Schwangere achten/aufpassen sollten? Vielen Dank und lieGRÜ, Bettina

    • Liebe Bettina,
      toll, was du schreibst. Genau das, Schwangerschaft ist keine Krankheit, sondern jedes Mal ein Wunder des Körpers und der Natur.
      Du hast dir deine Frage eigentlich selbst schon beantwortet. Beim Schwangerenyoga und im Prinzip während der gesamten Schwangerschaft, ist es deine Aufgabe, auf deine innere Stimme und die Signale des Körpers zu hören. Was tut dir und deinem Kind gut und was, oder auch wer, eben nicht. Das kann z.B. eine Yoga Position sein, in der du dich nicht wohl fühlst, der Bauch hart wird oder einfach dein Gefühl dir sagt, MOMENT, einen Gang zurückschalten. Dann machst du die Übung langsamer oder gönnst dir eine Pause und atmest tief.

      Es sollten schon speziell ausgewiesene Yogastunden für schwangere Frauen sein. Dort findest du in der Regel keine Rückbeugen, Bauchübungen, Bauchlagen oder stark öffnende Positionen nach unten. Auch solltest du darauf achten, nicht länger in Rückenlage zu liegen, da dort die große Hohlvene liegt, die bei zu starkem Druck und Gewicht zu Schwindel und Unterversorgung führen kann.

      In der Regel bieten Yogalehrer Probestunden an. Hierbei kannst du auch schauen, ob die Chemie stimmt zur Yogalehrerin / -Lehrers. Und ob du dich gut mit dem Aufbau der Stunde und den Übungen fühlst.

      Wenn du weitere Informationen brauchst, melde dich gerne bei mir kristin@yoga-herzklopfen.de
      Auf YouTube habe ich auch ein kurzes Schwangerenyoga video (Kanal: yoga Herzklopfen).
      alles gute, kristin

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