Freunde, Freude, Gesundheit

Zahlreiche, gemeinsame verbrachte Stunden, geteilte Freude, geteiltes Leid – Freunde sind immer da und begleiten uns im Idealfall durch unser ganzes Leben. Neben weisen Ratschlägen in Krisenzeiten und einer Menge Spaß bringen sie weitere, ungeahnte Vorteile mit sich: Unsere Gesundheit profitiert enorm von ihnen.

Obwohl viele Menschen es bereits geahnten hatten, existierten lange Zeit keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die sich mit den gesundheitlichen Vorzügen enger Freundschaften befassten. Mittlerweile wurden jedoch mehrere Studien durchgeführt, welche die positiven Auswirkungen auf unsere körperliche und psychische Gesundheit belegen können.

Freunde, Freude, Gesundheit

Eine deutsch-niederländische Forschergruppe untersuchte beispielsweise die Stimmung mehrerer Studenten in Abhängigkeit von ihren sozialen Kontakt. Diejenigen Studenten, die sich regelmäßig mit Freunden trafen, waren insgesamt selbstbewusster und besser gelaunt. Darüber hinaus zeigte sich bei allen Befragten ein gesteigertes Selbstwertgefühl an Tagen, an denen Unternehmungen mit Freunden durchgeführt wurden. Die Autoren der Studie fügen jedoch hinzu, dass die positiven Effekte nur auffielen, wenn die Beziehung zu den jeweiligen Freund als gut und vertrauensvoll beschrieben wurde – treffen wir uns mit Menschen, in deren Gegenwart wir uns unwohl fühlen, profitiert unsere Gesundheit also nicht.

Stress wird reduziert

Je besser das soziale Umfeld funktioniert, desto weniger gestresst ist der Mensch. Wer sich in jeder Lebenslage auf seine Freunde verlassen kann, wird auch in schwierigen Zeiten aufgefangen. Qualitative Freundschaften wirken so präventiv – sie reduzieren Stress und senken das Risiko stressbedingter bzw. -mitbedingter Erkrankungen.



Forscher machen vor allem die positive Interaktion, die bei gemeinsamen Unternehmungen gegeben ist, für die vielfältigen Effekte verantwortlich. Bei guten Freunden fühlen wir uns geborgen und verstanden. Wir können ganz wir selbst sein und vollkommen unbefangen Spaß haben. Diese sozialen Beziehungen reduzieren Stress, heben unsere Stimmung und stärken unser Selbstwertgefühl.

Freunde unterstützen die Gesundheit – Einsamkeit macht krank

Ein Leben ohne Freunde ist für uns schlichtweg unvorstellbar. Der Alltag wäre trist und grau, geprägt von Langeweile und der Beschäftigung mit uns selbst. Wie gefährlich diese Einsamkeit ist, konnten Wissenschaftler bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren nachweisen. So sterben einsame Menschen im Durchschnitt eher als solche, die in ein soziales Umfeld eingebettet sind.

Einsame Menschen weisen ein stark erhöhtes Risiko auf, an einer Depression oder einer anderen psychischen Krankheit zu erkranken. Auch das Risiko zahlreicher körperlicher Erkrankungen erhöht sich durch die Abwesenheit von Freunden und anderen sozialen Bezugspersonen. Das soziale Umfeld bestimmt somit teilweise darüber, ob wir gesund oder krank sind.

Zusammenhalt jeder Art ist gesund

Präventiv wirken nicht nur Freundschaften, sondern auch andere soziale Beziehungen. Wichtig ist vor allem der Zusammenhalt innerhalb einer Gemeinschaft, die uns auffangen kann. So haben starke Familienbande ähnlich positive Auswirkungen wie gute Freundschaften.

Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Feststellung, dass enge Freundschaften durchaus eine Familie „ersetzen“ können. So stellten deutsche Forscher fest, dass Menschen, die eine eher distanzierte Beziehung zu ihrer Familie haben, häufig mehr und engere Freundschaften pflegen. Insgesamt geht es diesen Menschen ebenso gut wie jenen, die über eine enge Beziehung zu ihrer Familie berichten, stellten die Wissenschaftler in ihrer Untersuchung fest.

Freundschaft statt Therapie?

Freunde, Freude, Gesundheit

Nicht nur in der Prävention entfalten Freundschaften enorme Kraft. Auch nach Einschnitten im eigenen Leben helfen diese Verbindungen uns. Wurden wir in der Schule gemobbt oder von unseren Eltern schlecht behandelt, können enge Beziehungen zu Freunden die Folgen dieser traumatischen Erfahrungen messbar mildern.

Auch nach einer Trennung oder einem traumatischen Erlebnis, einem Überfall oder einem schweren Unfall beispielsweise, können freundschaftliche Beziehungen uns vor der Entwicklung psychischer Auffälligkeiten schützen. Die Hilfe bzw. der Rat von Freunden kann uns auffangen. So empfehlen viele Experten, bei derartigen Krisen zunächst nahestehende Personen um Hilfe zu bitten. Ausführliche Gespräche und das Beherzigen freundschaftlicher Ratschläge können uns so unter Umständen vor dem Gang zum Therapeuten bewahren.

Ein sinnerfülltes Leben

Führen wir ein sinnerfülltes Leben, haben häufig Spaß mit unseren Freunden und können auf ein soziales Netz zurückgreifen, das uns im Notfall auffängt, sind wir insgesamt weniger anfällig für Krankheiten. Darüber hinaus profitieren wir von einem gesteigerten Selbstwertgefühl, effektiver Stressreduktion und einer besseren Stimmung. Kurzum: Wir sind glücklich und gesund.

Freunde, Freude, Gesundheit
5 (100%) 5 votes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.